/// Amorphous Ornament - WS 2004/2005
/// Bauen mit Maschinen
/// Lehrstuhl für CAAD - ETH Zürich
Thema
Die website zu dem Kurs findet Sie hier.
Neue Herstellungs- und Konstruktionsmethoden verändern die Architekturpraxis. Die Verwendung des Computers als Design-Hilfsmittel wird zunehmend durch Einsatz des Rechners als COMPUTATION-Maschine ergänzt. Geometrien werden nach programmierten Regeln automatisch erzeugt und angepaßt.
Amorphous Ornament ist eine Einführung in den Entwurf und die Herstellung von komplexen parametrischen Formen unter der Verwendung des Computers als wesentlichem Design-Medium. Der Kurs stellt die Frage, wie diese neuen Entwurfs-Techniken sich in das Thema Architektur einfügen und welchen Bezug sie zur Geschichte haben.
Ornamentierung kam einst eine wichtige Rolle in der Architektur zu. Ihr Rückzug wird oft dem Aufkommen der Technologie und deren Vereinnahmung durch moderne Architekurauffassung zugeschrieben. Die Möglichkeiten, welche mit der computergestützten Herstellung verbunden sind, bieten das große Potential das Ornamentes in der Architektur wieder neu zu beleben.
Die wesentlichen Fertigkeiten, die entwickelt werden sollen sind das parametrische Modellieren und die CNC-Herstellung. Im Kurs werden die Möglichkeiten computer-generierter Form und deren physische Herstellung durch CNC-Maschinen untersucht.
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Technische Vorgehensweise
Die Geometrien wurden mit Hilfe der Software Alias Maya und deren interner Steuerungssprache MEL (Maya Embedded Language) erzeugt. Anschließend wurden die Geometrien in die CAM-Software Sufcam geladen, dort aufbereitet und anschließend an eine 3-achsige CNC-Fräse geschickt.
Arbeit
In einem ersten Schritt wurden Oberflächen in Maya "von Hand" erzeugt. Danach wurden einfache Scripte zur Oberflächenerzeugung geschrieben. Diese Geometrien wurden in kleine Multiplexplatten gefräst.
Projekt
Am Ende des Kurses stand eine größere Aufgabe. Es sollte eine Art amorphe ornamentierte Decke entstehen. Hierzu wurde eine große Fläche in Parzellen aufgeteilt, welche anschließend jeweils von einem Kursteilnehmern bearbeitet wurden. Die Ursprungsfläche sollte später durch einige digitale Kräfte verformt werden. Zusätzlich sollte der Code teilweise auf benachbarte Parzellen angewendet werden, um eine Art Nachbarschaftsbeziehungen und damit interessante Überlagerungen von Ornamenten zu ermöglichen. Daher mußten alle gewünschten Verformungen an den Einzelflächen vollständig programmiert werden. Die Skripe sind so grundsätzlich auf jede beliebige Oberfläche anwendbar.
Die Arbeit an dem eigenen Ornament startete mit der Betrachtung eines historischen Beispieles. In meinem Fall was dies eine japanische Malerei aus dem 19. Jahrhundert. Diese wurde analysiert und die darin enthaltenen Ornament-Regeln als Grundlage für die Entwicklung des eigene Ornamentes verwendet. Es folge ein langer Programmier- und Experimentierprozeß.
Die fertigen, ornamentierten Parzellen wurden zum Schluß in einen speziellen, dichten Schaumstoff gefräst. Die Einzelflächen konnten anschließend zusammengefügt werden und ergaben die Gesamt-Deckenfläche.
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